Der Kanalroboter ist das präziseste Werkzeug der grabenlosen Kanalsanierung. Ferngesteuert, kameraüberwacht, millimetergenau. Er erreicht Stellen, die für Menschen unzugänglich sind – und erledigt Aufgaben, für die früher aufgegraben werden musste. Ob als eigenständiges Verfahren oder als Ergänzung zu Schlauchlining und Rohrlining: Aus dem modernen Kanalbau ist die Roboter-Sanierung nicht mehr wegzudenken.

Grundprinzip und Einsatzbereiche
Ein Kanalroboter ist ein ferngesteuertes Fahrsystem, das über einen Schacht in die Leitung eingebracht wird. Dort führt er präzise Fräs-, Schleif- und Schneidarbeiten aus. Eine Kamera liefert dem Bediener an der Oberfläche kontinuierlich hochauflösende Bilder der Arbeitsstelle – in Echtzeit. Das macht die Roboter-Sanierung zu einem der kontrollierbarsten Verfahren der grabenlosen Kanaltechnik. Eingesetzt wird sie vor einer Liner-Sanierung, als abschließender Schritt danach oder als eigenständige Reparaturlösung.
Anwendungen – was der Roboter leistet
Die Einsatzmöglichkeiten des Kanalroboters sind vielfältig.
Fräsarbeiten vor der Sanierung
Bevor ein Liner eingebracht werden kann, muss die Leitung frei von Hindernissen sein. Der Roboter entfernt Einragungen, vorstehende Muffen, Betonreste und eingemauerte Fremdkörper. Auch Wurzeleinwüchse, die sich per Hochdruckreinigung allein nicht beseitigen lassen, werden gefräst.
Öffnen von Hausanschlüssen nach der Liner-Sanierung
Nach dem Einbringen eines Schlauchliners sind seitliche Hausanschlüsse zunächst verschlossen. Der Roboter öffnet sie von innen – präzise und ohne Aufgraben. Dieser Schritt ist bei nahezu jeder Haltungssanierung mit Schlauchlining erforderlich und wird in der Regel unmittelbar nach der Aushärtung durchgeführt.
Lokale Reparaturen
Nicht jeder Schaden erfordert eine vollständige Haltungssanierung. Der Roboter bearbeitet gezielt einzelne Schadstellen: Risse beschleifen, Oberflächen für Kurzliner oder Injektionsharze vorbereiten, schadhafte Muffenbereiche abtragen. In Kombination mit einem Kurzliner oder einer Edelstahlmanschette entsteht eine dauerhafte lokale Reparatur – ohne den Rest der Leitung zu berühren.
Fräsarbeiten nach der Sanierung
Auch nach dem Linern kann der Roboter nötig sein: überschüssiges Harz entfernen, den Querschnitt nacharbeiten oder die Qualität der Sanierung kontrollieren.
Nennweiten und Grenzen des Verfahrens
Kanalroboter decken ein breites Nennweitenspektrum ab – typischerweise von DN 150 bis DN 600, in Sonderfällen auch darüber hinaus. Bei sehr kleinen Nennweiten oder stark verformten Leitungen kann der Einsatz eingeschränkt sein. In begehbaren Kanälen ab DN 800 übernehmen spezialisierte Werkzeuge und Handarbeit, was im nicht begehbaren Bereich der Roboter leistet. Die Grenzen ermitteln wir auf Basis der TV-Inspektion. Wir empfehlen den Robotereinsatz nur dort, wo er tatsächlich die beste Lösung ist.
Selten steht die Roboter-Sanierung allein. In der Praxis ist sie fast immer Teil einer größeren Sanierungsstrategie: Sie bereitet vor, sie ergänzt, sie vollendet. Genau darin liegt ihre Stärke – als flexibles, präzises Werkzeug, das die Möglichkeiten der anderen Verfahren erst vollständig ausschöpfbar macht.


