Rohrlining ist das Verfahren der Wahl, wenn eine Leitung so stark beschädigt ist, dass eine Renovierung von innen allein nicht mehr ausreicht – oder wenn ein vollständiger Rohraustausch erforderlich ist, ohne die Oberfläche aufzureißen. Dabei werden vorgefertigte Rohrsegmente in das bestehende Altrohr eingezogen oder eingeschoben. Das Ergebnis ist eine vollständig neue Leitung mit langer Nutzungsdauer – grabenlos, schnell und mit minimalem Eingriff in die Umgebung.

Grundprinzip und Einsatzbereiche
Beim Rohrlining wird ein vorgefertigtes Kunststoffrohr – in der Regel aus PE oder PP – in das schadhafte Altrohr eingebracht. Anders als beim Schlauchlining härtet hier nichts vor Ort aus. Das Rohr kommt fertig produziert auf die Baustelle. Das Verfahren eignet sich besonders für Leitungen mit starken Verformungen, Rohrbrüchen oder fehlenden Wandungsabschnitten. Auch bei chemisch aggressiven Abwässern ist Rohrlining häufig die richtige Wahl.
Verfahrensvarianten – Einzug und Einschub
Je nach Situation und Leitungsgeometrie kommen unterschiedliche Einbringmethoden zum Einsatz.
Beim Rohreinzug wird ein langes, flexibles Kunststoffrohr oder eine Kette aus kürzeren Segmenten über eine Einzugswinde in das Altrohr gezogen. Das Verfahren erlaubt lange Sanierungsabschnitte in einem Stück und ist besonders effizient bei geraden oder leicht gebogenen Verläufen. Der Ringraum zwischen Alt- und Neurohr wird anschließend mit Dämmer verpresst – einem speziellen Verfüllmörtel, der Lasten überträgt und das Altrohr stabilisiert.
Beim Rohreinschub werden einzelne Rohrsegmente nacheinander von einem Schacht aus eingeschoben und verbunden. Besonders geeignet für kürzere Abschnitte, beengte Platzverhältnisse oder stärkeres Gefälle. Auch hier wird der Ringraum abschließend gedämmt.
Materialien und Nennweiten
Rohrlining-Systeme decken ein breites Nennweitenspektrum ab – von DN 150 bei Grundleitungen bis hin zu großen Sammlerdurchmessern. Die Kunststoffrohre aus PE oder PP bieten hohe chemische Beständigkeit, glatte Innenwände mit günstigen Abflusseigenschaften und eine lange Nutzungsdauer. Bei der Materialwahl berücksichtigen wir die Anforderungen der jeweiligen Leitung: Art des Abwassers, Belastungsklasse, Bodenverhältnisse und Hydraulik.
Verhältnis zum Schlauchlining
Rohrlining und Schlauchlining schließen sich nicht aus – sie ergänzen sich. Schlauchlining ist in den meisten Fällen die schonendere und schnellere Lösung. Rohrlining bietet dort entscheidende Vorteile, wo die Restsubstanz des Altrohres für eine Renovierung nicht mehr ausreicht. Die Wahl treffen wir auf Basis der TV-Inspektion und einer sorgfältigen Zustandsbewertung. Immer mit dem Ziel, die dauerhaft beste Lösung zu finden.


