Schlauchlining ist das vielseitigste und meisteingesetzte Verfahren der grabenlosen Kanalsanierung. Ein mit Kunstharz getränkter Gewebeschlauch wird in die schadhafte Leitung eingebracht, unter Druck an die Rohrwandung angelegt und anschließend ausgehärtet – das Ergebnis ist ein neues, statisch tragendes Rohr im alten Rohr. Ohne Aufgraben. Ohne Betriebsunterbrechung. Mit einer Nutzungsdauer von mindestens 50 Jahren.

Profile – Nennweiten und Querschnittsformen
Schlauchlining ist kein Einheitsverfahren – es passt sich dem an, was im Boden liegt. Wir sanieren Leitungen von DN 150 bei Hausanschlüssen bis DN 1800 und größer bei Hauptsammlern. Und wir sind nicht auf kreisrunde Querschnitte beschränkt: Eiprofile, Maulprofile und andere Sonderformen können mit modernen Schlauchlinersystemen genauso zuverlässig saniert werden. Auch Bögen und Richtungswechsel im Leitungsverlauf sind in der Regel kein Hindernis.
Aushärtungsverfahren – UV-Lichthärtung und Warmwasserhärtung
Die Art der Aushärtung bestimmt, wie der Schlauchliner verarbeitet wird – und welches System für eine gegebene Situation am besten geeignet ist. Wir beherrschen beide etablierten Verfahren.
Bei der UV-Lichthärtung wird ein lichtdichter Glasfaserliner in die gereinigte Leitung eingezogen und mit Druckluft an die Rohrwandung angelegt. Eine UV-Lichtkette fährt kontrolliert durch den Schlauch und löst die Aushärtung des Harzes von innen nach außen aus. Das Verfahren überzeugt durch Präzision, Geschwindigkeit und den Verzicht auf Prozesswasser – ideal, wenn ein schneller Bauablauf gefragt ist.
Die Warmwasserhärtung ist für nahezu alle Dimensionen und Profilformen geeignet. Der harzgetränkte Schlauch wird eingebracht und mit heißem Wasser befüllt, das die Aushärtung gleichmäßig auslöst. Besonders robust, flexibel einsetzbar und auch bei schwierigen Einbaubedingungen zuverlässig. Bei Sonderprofilen, engen Bögen oder ungewöhnlichen Nennweiten häufig die erste Wahl.
Materialien – GFK-Schlauchliner und Nadelfilz
Die Wahl des Trägermaterials hängt von den statischen Anforderungen, der Nennweite und den Bedingungen vor Ort ab.
GFK-Schlauchliner (Glasfaserverbundkunststoff) bestehen aus einem Glasfaser-Trägermaterial, das mit Kunstharz getränkt wird. Die Glasfaser verleiht dem ausgehärteten Liner hohe Widerstandsfähigkeit und Festigkeit – ideal für statisch anspruchsvolle Anwendungen, stark beschädigte Leitungen oder große Nennweiten, bei denen der Liner eine tragende Funktion übernimmt. GFK-Liner werden in der Regel mit UV-Licht ausgehärtet.
Nadelfilzliner verwenden ein Trägermaterial aus Polyester-Nadelfilzvlies. Flexibler als Glasfaser und damit besonders geeignet für Sonderprofile, Bögen und Leitungsabschnitte mit wechselnden Querschnitten. Nadelfilzliner werden üblicherweise mit Warmwasser oder Dampf ausgehärtet und sind in der grabenlosen Kanalsanierung seit Jahrzehnten bewährt. Der Allrounder unter den Schlauchliner-Systemen.


